Arbeitsrecht

Arbeitsvertrag Vorlage Schweiz: Kostenlos herunterladen 2026

Ein Schweizer Arbeitsvertrag muss zwingend Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses, Funktion, Lohn, Arbeitszeit und Ferienanspruch enthalten. Eine Schriftlichkeit ist für die meisten Vertragstypen nicht gesetzlich vorgeschrieben — sie ist aber dringend empfohlen.

Einen korrekten Arbeitsvertrag für die Schweiz aufzusetzen ist einfacher als viele Unternehmer glauben — wenn man die Besonderheiten des Schweizer Arbeitsrechts kennt. Das Obligationenrecht (OR), insbesondere die Artikel 319-362 OR, bildet die gesetzliche Grundlage.

Was muss ein Schweizer Arbeitsvertrag enthalten?

  • Vertragsparteien: Vollständige Namen und Adressen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Vertragsbeginn: Genaues Datum des Stellenantritts
  • Befristung / Unbefristung: Klare Aussage — befristete Verträge laufen ohne Kündigung aus
  • Probezeit: Maximal 3 Monate (Art. 335b OR)
  • Funktion und Stellenbeschreibung: Kurze Beschreibung der Aufgaben
  • Lohn: Bruttolohn, Zahlungsintervall, allfällige Lohnzuschläge (13. Monatslohn, Boni)
  • Arbeitszeit: Wöchentliche Sollarbeitszeit, Überstundenregelung
  • Ferienanspruch: Mindestens 4 Wochen (Art. 329a OR), bei Personen unter 20 Jahren 5 Wochen
  • Kündigungsfristen: Gesetzliche Mindestfristen nach OR Art. 335c

Empfohlene Zusatzklauseln für die Schweiz

Konkurrenzverbot

Schweizer Recht erlaubt ein nachvertragliches Konkurrenzverbot (Art. 340 OR), aber nur unter engen Voraussetzungen: Der Arbeitnehmer muss Einblick in den Kundenkreis oder Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse haben, und das Verbot darf die wirtschaftliche Existenz nicht ungerechtfertigt beeinträchtigen. Maximaldauer: 3 Jahre.

Homeoffice-Regelung

Seit der Pandemie ist Homeoffice in vielen Schweizer Arbeitsverträgen Standard. Regeln Sie: Anzahl Homeoffice-Tage pro Woche, Pflichten zur Erreichbarkeit, Kostenübernahme und Datenschutz am häuslichen Arbeitsplatz.

Überstundenregelung

Klären Sie, ob Überstunden mit Zuschlag vergütet werden, in Freizeit kompensiert werden oder im Lohn pauschal enthalten sind. Ohne Regelung gilt Art. 321c OR: Überstunden werden mit 25% Zuschlag vergütet oder in Freizeit ausgeglichen.

Befristeter vs. unbefristeter Vertrag in der Schweiz

MerkmalBefristetUnbefristet
LaufzeitFixes EnddatumOffen
KündigungNur aus wichtigem GrundMit Frist (min. 1 Monat)
ErneuerungMax. einmal; dann unbefristetn/a

Gesamtarbeitsverträge (GAV)

In vielen Branchen der Schweiz gilt ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV), der Mindestlöhne, Ferienansprüche und andere Arbeitsbedingungen verbindlich regelt. GAV-Bestimmungen gehen dem individuellen Arbeitsvertrag vor, soweit sie zugunsten der Arbeitnehmer sind.

Weitere Vorlagen: Arbeitsvertrag Schweiz 2026, Kündigung Vorlage Schweiz, Freelance-Vertrag Schweiz.

FAQ

Ist ein Arbeitsvertrag in der Schweiz schriftlich Pflicht?

Nein — für normale Arbeitsverhältnisse besteht keine gesetzliche Schriftpflicht. Für Lehrverträge, Handelsreisendenverträge und GAV-Unterstellungen kann Schriftlichkeit vorgeschrieben sein. Schriftlich ist immer empfehlenswert.

Wie lang ist die Probezeit in der Schweiz?

Die gesetzliche Probezeit beträgt maximal 3 Monate. Sie kann vertraglich auf 1 Monat verkürzt werden. Wird keine Probezeit vereinbart, gilt automatisch 1 Monat (Art. 335b OR). Während der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist 7 Tage.

Wie viel Ferien hat ein Arbeitnehmer in der Schweiz gesetzlich?

Mindestens 4 Wochen bezahlte Ferien pro Jahr (Art. 329a OR). Arbeitnehmer unter 20 Jahren haben Anspruch auf 5 Wochen. Viele GAV und Arbeitgeber gewähren 5 oder 6 Wochen als üblichen Standard.

Gilt ein befristeter Arbeitsvertrag automatisch als unbefristet, wenn er verlängert wird?

Grundsätzlich ja — wird ein befristeter Vertrag mehr als einmal stillschweigend fortgesetzt oder um mehr als 3 Monate verlängert, gilt er als unbefristeter Vertrag. Eine einmalige ausdrückliche schriftliche Verlängerung ist zulässig.

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