Geld unter Freunden oder in der Familie leihen — das geht oft gut, bis es schiefgeht. Dann rettet nur ein sauberer Vertrag die Beziehung. Und ja, auch privat braucht man einen.
Warum ein schriftlicher Darlehensvertrag?
Ein mündliches Darlehen ist gültig, aber beweisen können Sie es nicht. Vor Gericht steht dann Aussage gegen Aussage. Ein einfacher schriftlicher Vertrag kostet 30 Minuten und spart potenziell Tausende und eine Freundschaft.
Pflichtinhalte
| Element | Details |
|---|---|
| Darlehensgeber/nehmer | Vollständige Personalien |
| Darlehensbetrag | In CHF, Zahl und Worten |
| Zinssatz | 0% oder vereinbarter Satz (Zinsen sind steuerlich zu deklarieren) |
| Rückzahlung | Datum, Raten oder auf Verlangen |
| Sicherheiten | Falls vereinbart (Bürgschaft, Pfand) |
| Kündigung | Frist bei unbefristetem Darlehen: 6 Wochen (OR 318) |
Zinsen: Was das Gesetz sagt — und was das Steueramt sieht
Zivilrechtlich ist ein Darlehen unter Privaten nur verzinslich, wenn Zinsen ausdrücklich vereinbart sind (Art. 313 OR). Ein zinsloses Familiendarlehen ist also ohne Weiteres zulässig.
Steuerlich gilt: Wer Zinsen erhält, versteuert sie als Einkommen aus beweglichem Vermögen (Art. 20 DBG). Wer Zinsen bezahlt, kann private Schuldzinsen im gesetzlichen Rahmen abziehen (Art. 33 DBG). Die Darlehenssumme selbst gehört beim Geber ins Vermögen, beim Nehmer zu den Schulden — beide Seiten sollten den Vertrag daher der Steuererklärung beilegen können.
Die oft zitierten «ESTV-Zinssätze» sind Safe-Harbour-Sätze für Darlehen zwischen Gesellschaften und ihren Beteiligten bzw. nahestehenden Personen. Sie werden jährlich neu festgelegt — den aktuellen Wert finden Sie in den Rundschreiben der ESTV zur direkten Bundessteuer. Für ein reines Privatdarlehen unter Verwandten sind sie keine Pflicht, liefern aber einen nachvollziehbaren Anhaltspunkt, falls Sie einen Zins vereinbaren wollen.
Rückzahlung: Flexibel oder fix?
Zwei Varianten: Feste Raten (z.B. CHF 500/Monat) oder Rückzahlung auf Verlangen. Bei Letzterem gilt eine gesetzliche Frist von 6 Wochen (OR Art. 318). Empfehlung: Feste Termine vereinbaren — «irgendwann» wird erfahrungsgemäss nie.
Was bei Zahlungsausfall?
Wenn der Schuldner nicht zahlt: Mahnung, dann Betreibung. Die Betreibung ist in der Schweiz relativ unkompliziert: Das Betreibungsamt stellt einen Zahlungsbefehl zu, die Gebühr richtet sich nach der Höhe der Forderung (Gebührenverordnung zum SchKG). Aber emotional bei Freunden/Familie natürlich heikel. Umso wichtiger: klare Vereinbarung VOR dem Darlehen.
Häufig gestellte Fragen
Muss ein privates Darlehen schriftlich sein?
Nein, aber dringend empfohlen. Ohne Schriftlichkeit kein Beweis.
Muss man Zinsen vereinbaren?
Nein. Unter Privaten ist ein Darlehen nur verzinslich, wenn Zinsen vereinbart sind (Art. 313 OR). Vereinbarte Zinsen muss der Darlehensgeber als Einkommen versteuern.
Was passiert bei Nichtrückzahlung?
Mahnung, dann Betreibung. Der Weg ist klar geregelt, aber braucht schriftliche Grundlage.
Verwandt: Kaufvertrag und Vollmacht Vorlage.